Um zu verstehen, wie Ihr Film im Kino abgespielt wird, benötigt Ihr Film zunächst das DCP-Format. Daher ist es wichtig, zu wissen, was ein DCP ist.
DCP steht für Digital Cinema Package – ein Filmdatenpaket, das standardisiert für die Wiedergabe in Kinos verwendet wird. Die DCP-Erstellung unterliegt strengen Normen – jeder Fehler in einem Schritt kann dazu führen, dass der Film am Projektor nicht abgespielt werden kann. Daher erfordert das Erstellen eines DCP viel Sorgfalt und Fachkenntnisse im Bereich der Film-Workflows, was auch ein hohes theoretisches Verständnis von Filmmaterial voraussetzt.
Im Folgenden stellen wir die Bestandteile eines DCP vor: LI TRUST bietet professionelle Dienstleistungen wie DCP-Erstellung, DCP-Untertiteleinbrennung und DCP-Digitalisierung an. Anhand eines von LI TRUST erstellten DCPs zeigen wir die konkreten Funktionen der einzelnen Dateien im Paket:

1.Assetmap (Asset-Mapping-Datei): Beschreibt die Pfade aller Assets im DCP – vereinfacht gesagt ein Dateiindex, der dem Projektor mitteilt, wo sich jede Datei befindet.
2.Composition Playlist (CPL): Definiert die Wiedergabereihenfolge und -zeit aller Dateien im DCP. Die Filmvorführung wird durch diese Datei gestartet.
3.Key Delivery Message (KDM): Die Schlüsselübergabedatei enthält drei Hauptinformationen: den Inhaltsentschlüsselungsschlüssel, Schlüsselparameter (insbesondere das Zeitfenster, d.h. den Kinostartzeitraum) und die Trusted Device List (TDL) – die Liste autorisierter Geräte. Strukturell besteht KDM aus drei Teilen: Public, Private und Signature. Die KDM-Schlüsseldatei wird in der Regel vom Kino auf den offiziellen Websites der Verleiher (z.B. China Film, Huaxia) heruntergeladen oder von der Kinokette per Netzwerk oder Satellit an die angeschlossenen Kinos übertragen.
4.Package List (PKL): Listet alle im DCP enthaltenen Assets auf und enthält die Hash-Werte der Dateien zur Überprüfung der Integrität (zur Feststellung, ob Dateien beschädigt sind).
5.VOLINDEX: Volume-Index-Datei, die die aktuelle Festplattennummer angibt. Sie dient der Steuerung bei Wiedergabe über mehrere Volumes – bei sehr langen Filmen können mehrere Festplatten zum Einsatz kommen.
6.PCM-Dateien: die Container für den Filmton.
7. J2C-Dateien: die Container für das Filmbild (nach JPEG2000-Kompression).
Asset-Mapping-Datei und Volume-Index-Datei sind Textdateien ohne Dateierweiterung. CPL-, PKL- und Untertiteldateien liegen im XML-Format vor und können mit einem XML-Editor, Editor oder Internet Explorer geöffnet werden. Die Audio-Container (auch Audiospur-Dateien genannt), Video-Container (auch Videospur-Dateien genannt) sowie die zugehörigen Untertitelpaket-Dateien sind MXF-Dateien.
Das ist die grundlegende Dateistruktur eines DCP-Pakets.
Falls zusätzlich externe Untertitel oder eine Synchronisation (dubbing) integriert werden sollen: Das VF-Paket (Version Foreign) besteht aus einer XML-Datei plus Schriftartdateien. Bei synchronisierten Fassungen liegt das Material als VF-Audio-Paket vor.
Wenn Sie mit DCP nicht vertraut sind, empfehlen wir, einen Spezialisten zu beauftragen. Ein von Laien oder unerfahrenen Teams erstelltes DCP kann im Kino zu verschiedenen Problemen führen, z. B. dass der Film nicht abgespielt werden kann, Tonrauschen auftritt, die Bildhelligkeit nicht stimmt oder Bildruckeln entsteht.